Beschneiungsanlagen in Deutschland


Feldberg_Winter

Feldberg_Winter

Moderne Beschneiungsanlagen gehören heute zur Grundausrüstung moderner und leistungsfähiger Skigebiete.

Erfahrung aus vier Jahrzehnten
Moderne Beschneiungsanlagen gehören heute zur Grundausrüstung moderner und leistungsfähiger Skigebiete. Sie sind, das zeigen die Erfahrungen und wissenschaftlichen Begleituntersuchungen aus vier Jahrzehnten, ökologisch unbedenklich und ökonomisch sinnvoll. Schneesicherheit ist die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Wintertourismus. Moderne Beschneiungsanlagen sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mitbewerbern in Nachbarländern, sie ersparen unseren Gästen längere Anreisen und vermindern zusätzlichen Verkehr - und sie tragen zur Komfortverbesserung im Skigebiet bei.

 

Wintersport trägt Regionen
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wintersports wird oftmals unterschätzt. In vielen strukturschwachen Berggebieten sichert er seit Jahrzehnten die Existenzgrundlage der heimischen Bevölkerung. Es sind stets die Bergbahnen gewesen, die als Motoren einer touristischen Entwicklung wichtige Impulse gaben und geben. Sie sind, das belegt eine umfangreiche Studie der dwif Consulting zum Thema Wintertourismus in Bayern, die entscheidenden Faktoren für den Tourismus vor Ort. Dem Wintererlebnis am Berg kommt dabei, sowohl ökonomisch wie Image bildend, eine große Bedeutung zu.

 

Die Position des VDS
Die deutschen Seilbahnen stehen uneingeschränkt zu ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Natur. Die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen liegt im ureigenen Interesse der Seilbahnen und ist Maxime ihres Handels. Als Wirtschaftsunternehmen streben sie eine möglichst hohe Zufriedenheit ihrer Kunden an, die ein zeitgemäßes Winterprodukt wünschen. Dazu zählt die gesamte Infrastruktur wie Bahnen, Restaurants und Pisten. Deren Beschaffenheit – von der Schneesicherheit bis zur Präparierung – beeinflusst das Produkt Skierlebnis entscheidend.
Beschneiungsanlagen tragen wesentlich dazu bei, eine kontinuierlich gute Pistenqualität während der Saison bieten zu können. Sie dienen nicht der Saisonverlängerung, ermöglichen und unterstützen aber ein qualitativ hochstehendes Pistenangebot. Sie sichern insbesondere die Befahrbarkeit talnaher Pisten, vermeiden einzelne Schwachstellen wie Kuppen und Kanten, schützen den Skifahrer vor Stürzen infolge aperer Bereiche. Moderne Beschneiung ermöglicht heute auch ein familiengerechtes Angebot in Talnähe und sichert den Betrieb kleiner Übungslifte. Sie garantiert auch internationale Ski-Großveranstaltungen und die Trainingsmöglichkeiten für den Leistungssport.
Umfangreiche Genehmigungsverfahren gehen mit dem verantwortungsvollen Bau und Betrieb von Beschneiungsanlagen Hand in Hand. Eine ausreichende Schneedecke schützt die Vegetationsschicht vor Frost und Wechselfrost, wodurch Erosion vermieden werden kann, sowie vor Beschädigungen durch Skifahrer und Pistengeräte.

 

Klima
Meldungen über einen drohenden Klimawandel können pauschal nicht als Argument gegen Beschneiungsanlagen ins Feld geführt werden. Selbstverständlich gibt es ökonomische und klimatische Grenzen einer Erschließung. Beschneiung dient stets der qualitativen Ergänzung und ist nur dort sinnvoll, wo Höhenlage, Nordorientierung des Gebietes, Schattenlage und die Durchlüftung gegen Dunst- und Nebelbildung eingehend geprüft wurde. Pauschalaussagen über Höhengrenzen sind ebenso unseriös wie die Anwendung genereller Trends auf Einzelfälle. Klimaentwicklungen müssen stets kleinräumig betrachtet werden. Außerdem entspricht der Zeithorizont prognostizierter Veränderungen nicht den weit kürzeren Investitionsphasen.

 

Energie
Der Energieverbrauch moderner Beschneiungsanlagen ist weitaus geringer als oft angenommen wird und muss im Vergleich zu anderen Einrichtungen bewertet werden. So benötigt beispielsweise eine große Schneeanlage (20 cm Schneedecke auf 30 ha) einen Jahresenergiebedarf von 260.000 kWh. Der Energieverbrauch für die gesamte in Bayern beschneite Fläche liegt deutlich unter dem Verbrauch eines städtischen Hallenbades mit Sauna. Obendrein wird zumeist Überschussstrom während der Nachtstunden im Rahmen bestehender Anschlusswerte der Unternehmen verwendet.

 

Wasser
Insbesondere der Wasserverbrauch wird in Genehmigungsverfahren detailliert definiert. Das Wasser stammt entweder aus einem Gebirgsbach oder aus eigens angelegten Speicherteichen und gelangt über die Schneeschmelze in den natürlichen Kreislauf zurück. Die verwendbare Wassermenge wird in Kooperation mit den Behörden genau festgelegt und führt nicht zu einer Störung bestehender Ökosysteme. Chemische oder biotechnische Zusätze werden in Deutschland nicht eingesetzt. Verschneit werden nur reines Gebirgswasser und klare Luft.

 

Anzahl
In Bayern standen den Wintersportlern in der Wintersaison 2011/12 rund 670 Hektar beschneite Pisten zur Verfügung. Dies entspricht einem Anteil von 18 % an der gesamten bayerischen Pistenfläche. Der Großteil der Anlagen befindet sich in Oberbayern und im Allgäu. Zum Vergleich:

 

 Angaben  11/12

 Bayern Österreich  Schweiz  Frankreich 
 Pistenfläche 3 700 ha 25 400 ha  22 000 ha  26 500 ha 
 beschneit 670 ha 17 000 ha  7 920 ha  5 300 ha 
 in % 18 % 67 %  36 %  20 % 



Resümee

Die Beschneiung von Skipisten ist eine ökologisch unbedenkliche und ökonomisch sinnvolle Qualitätsverbesserung, die mithilft, das Produkt Wintersport zukunftssicher und konkurrenzfähig zu halten. Sie ist kein flächendeckendes Allheilmittel, sondern eine ergänzende Maßnahme. Sie verlängert nicht die Saison, sondern steigert ihre Qualität. Die Wettbewerbsfähigkeit bezieht sich nicht nur auf die Mitbewerber in Nachbarländern sowie in den Skinationen in Übersee (USA und Kanada), sondern auch auf die zunehmende Konkurrenz durch den ganzjährigen Ferntourismus in Warmwasserziele, der durch den Verfall der Flugpreise weitere Impulse erhält, der aber nicht zuletzt aufgrund seiner gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen überdenkenswert ist. Die Zukunft des Wintertourismus ist die Zukunft ganzer Regionen. Erfolgreicher Tourismus verhindert deren Entsiedelung, bedeutet die Sicherheit Zehntausender von Arbeitsplätzen und öffnet künftigen Generationen die Chance, wirtschaftlich in ihrer Heimat überleben zu können.

Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V.
Westendstrasse 199 | D – 80686 München
Tel +49-89-5791-1315 | Fax +49-89-5791-1316
www.seilbahnen.de | info@seilbahnen.de

Wanderer am Feldberg