Fragen und Antworten zum Thema Beschneiung


Kanzelwand Bergstation

Kanzelwand Bergstation

© Kanzelwandbahn

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Beschneiung.

Ist Kunstschnee wider die Natur?

Schon der Begriff ist irreführend. Es werden nur technisch Vorgänge der Natur nachgeahmt. Das heißt: Beschneiungsanlagen mischen Wasser und Luft in einem bestimmten Verhältnis. Das zerstäubte Wasser kristallisiert zu Schnee. Künstliche Zusätze sind untersagt.

Verlängert die Beschneiung den Winter?

Keinesfalls. Die Skisaison wird nicht länger – nur schöner. Bescheinung dient lediglich dem Ausgleich von Schwankungen in der Schneemenge während der Saison. Sie kann mithelfen den Saisonauftakt zu ermöglichen und bildet eine Basis für weitere Niederschläge.

 

Ist die Beschneiung nicht zu teuer?

Ganze Regionen leben vom Wintertourismus. Der Gast erwartet Schneesicherheit. Wird sie nicht geboten, wechselt er in Skigebiete, die dies – dank Beschneiung – garantieren. Beschneiung sichert die Qualität des Produkts Wintertourismus und macht es konkurrenzfähig. Sie verkürzt die Anfahrts-wege der Skifahrer. Ganze Regionen profitieren von ihr – ohne einen Beitrag dafür zu leisten. Denn Beschneiung ist noch immer alleiniger Kostenfaktor der Bergbahnen, obwohl längst eine unverzichtbare Infrastrukturmaßnahme.

Schadet Beschneiung den Bergwiesen?

Eine unzureichende Schneedecke gibt dem Frost freie Bahn und kann die Vegetationsschicht beeinträchtigen (Erosion). Eine – auch durch Bescheinung – geschlossene Schneedecke bewirkt das Gegenteil. Sie schützt auch vor Beschädigungen durch Skifahrer oder Pistengeräte.

Verbraucht Beschneiung nicht enorme Energiemengen?

Auch diese Mär hält sich hartnäckig. Beschneit wird meist nachts, daher mit Überschussstrom im Rahmen vorhandener Anschlusswerte. Der Energie-verbrauch ist, nicht zuletzt aufgrund kurzer Schneizeiten, geringer als oft angenommen wird. So benötigt beispielsweise eine mittlere Beschneiungs-anlage von rund 15 Hektar Fläche eine Energiemenge von rund 135.000 kWh pro Jahr. Zum Vergleich: der Verbrauch eines kleineren Hotels liegt bei rund 50.000 kWh, der eines ÖPNV-Linienbus bei 220.000 kWh und der eines Fernverkehrs-LKW sogar bei über 500.000 kWh pro Jahr.

Durch die Beschneiung werden der Natur aber enorme Wassermengen entzogen?

Stammt das Wasser aus einem Gebirgsbach, wird die zu entnehmende Menge von den Behörden genau festgelegt. In anderen Fällen werden eigens Speicherteiche angelegt, die in regenintensiven Zeiten das Wasser sammeln, das später verschneit wird. Bei der Schneeschmelze gelangt das Wasser wieder zurück in den natürlichen Kreislauf.

Macht der Klimawandel Beschneiung nicht bald überflüssig?

Die Vorhersagen orientieren sich an einem Zeithorizont von 50 Jahren. Investitionen in Beschneiungsanlagen unterliegen kurzfristigeren Zyklen. Klimaveränderungen müssen stets kleinräumig betrachtet werden und können ebenso wenig pauschal eingesetzt werden wie Höhengrenzen. Eine Beschneiung ist nur dort sinnvoll, wo die Höhenlage des Gebietes, eine Nordorientierung und Schattenlage sowie die Durchlüftung gegen Dunst- und Nebelbildung eingehend geprüft werden. Klimaforscher sagen ja nicht generell weniger Schnee voraus, sondern eine Verschiebung der Niederschlagszeiten. Hier kann die Beschneiung vor allem beim Saisonstart wichtige Dienste leisten.

Gibt es in Deutschland nicht zu viele Beschneiungsanlagen?

Das Gros der Anlagen befindet sich in Bayern, vor allem in Oberbayern und im Allgäu. Von der hier bestehenden Pistenfläche von rund 3.700 Hektar werden rund 18 % beschneit. In Österreich beträgt der Anteil 67%, in der Schweiz 36% und im Geltungsbereich des Skipassverbundes Dolomiti Superski 95%.

Wanderer am Feldberg