Seilbahnen sind alarmiert – Lockdown gefährdet Existenzen

München. Der Verband fordert endlich einen klaren Fahrplan von der Politik, der der Wirtschaft eine verlässliche Orientierung bietet

Der erste Lockdown Mitte März 2020 beendete die Wintersaison 2019/2020 für die Seilbahnbranche vorzeitig. Dadurch kam es auf wirtschaftlicher Seite zu enormen Einbußen, im Vergleich zum Vorjahr brachen die Umsätze um fast 27% ein.

Der erneute Lockdown ab 02. November 2020 hat die Branche hart getroffen. Ein einzelner Stillstandstag im Februar bedeutet Umsatzeinbußen von rund 1 Mio Euro in der Branche. Dazu kommt, dass die Betriebe umfangreich in Hygienekonzepte und in die Vorbereitung der Wintersaison investiert haben.

Die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens 07. März ist für die Seilbahnbranche Deutschlands existenzbedrohend.

Der Verband Deutscher Seilbahnen fordert endlich einen klaren Fahrplan von der Politik, der der Wirtschaft eine verlässliche Orientierung bietet. Es fehlt weiterhin an jeglicher Planungssicherheit, es sind keine nachhaltigen Strategien oder Perspektiven erkennbar.

„Es geht hier nicht alleine um die Seilbahnunternehmen, sondern um viele Arbeitsplätze und Existenzen in den angeschlossenen Branchen“ so Matthias Stauch, Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte. Denn: „1 Arbeitsplatz bei der Seilbahn schafft bzw sichert 5,1 Arbeitsplätze in der Region.“

Einige Unternehmen haben bereits das Ende der Wintersaison verkündet.  Andere hoffen, im März zumindest für Fußgänger öffnen zu können.

Immer wieder hebt die Staatsregierung die großzügige und unbürokratische finanzielle Unterstützung für die betroffenen Unternehmen hervor, in der Praxis greifen diese „Hilfen“ jedoch nicht.

Die Branche ist stark wetterabhängig. Damit ist der Vergleichszeitraum eines einzelnen Jahres als Berechnungsgrundlage für Wirtschaftshilfen nicht geeignet. Hier muss ein Drei-Jahresdurchschnitt herangezogen werden. Reine Wintersportbahnen erwirtschaften den Jahresumsatz in den Monaten Januar bis März, es können keine Nachholeffekte realisiert werden.

Eine aktuelle Umfrage des Verbandes Deutscher Seilbahnen belegt, die wirtschaftliche Lage ist dramatisch: bei über 50% der Seilbahnen und 75% der Schlepplifte sind existenzbedrohende Liquiditätsengpässe zu erwarten oder bereits eingetreten.

Im Stillstand zeigt sich die Bedeutung der deutschen Seilbahnen und Schlepplifte für die Freizeitgestaltung, als sportliches Kulturgut und als lenkungsgebende Infrastruktur der Regionen. Das Bedürfnis der Menschen nach Bewegung und Sport in frischer Luft ist gerade in der aktuellen Pandemie nahezu grenzenlos. Wenn diese Unternehmen in der Corona-Pandemie ihre Existenz verlieren, ist das für die Zukunft von Freizeit und Sport in Deutschland ein unschätzbarer Verlust. Vor allem für Familien und Kinder gehen damit wohnortnahe Erholungsangebote unwiederbringlich verloren.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

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