Fragen und Antworten zum Thema Beschneiung


Schneekanone Fellhornbahn

Schneekanone Fellhornbahn

© Frank Drechsel

Statement des Verbandes Deutscher Seilbahnen

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Beschneiungsanlagen?
Beschneiungsanlagen wird meist ein enormer Energieverbrauch unterstellt. Eine mittlere Beschneiungsanlage, mit der eine Fläche von 20 Hektar beschneit werden kann, benötigt im Jahr durchschnittlich 250.000 kWh. Zum Vergleich: Genauso viel verbraucht ein einziger Flug von München nach Mallorca und zurück mit 200 Passagieren. Ein kommunales Hallenbad benötigt durchschnittlich sogar 365.000–565.000 kWh pro Jahr.
Effiziente Beschneiungsanlagen gewährleisten in den Mittelgebirgen und dem deutschen Alpenraum Wintersport ohne lange Anfahrtswege, oft auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das mindert den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt.

 

Wie viel Wasser wird verbraucht?
Keines! Es wird Oberflächenwasser sinnvoll genutzt, das über die Schneeschmelze wieder in den natürlichen Kreislauf zurück gelangt. In der Regel werden Speicherteiche angelegt, die in regenintensiven Zeiten das Wasser sammeln, das später verschneit wird. Stammt das Wasser aus einem Gebirgsbach, wird die zu entnehmende Menge von den Behörden genau festgelegt. Basis der Beschneiung ist ein reines Gemisch aus kalter Luft und Wasser. In Deutschland dürfen keine Zusätze verwendet werden, dies ist gesetzlich eindeutig geregelt. Dem Bau und Betrieb von Beschneiungsanlagen gehen umfangreiche Genehmigungsverfahren voraus.

 

Macht der Klimawandel Beschneiung bald überflüssig?
Das Klima ändert sich. Dennoch ergibt die Auswertung der meteorologischen Aufzeichnungen der letzten Jahrzehnte nur geringe Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Schnee und Schneeproduktion deutscher Skigebiete.
Dies gilt auch für niedrig gelegene Skigebiete. Das belegt eine neue Studie des unabhängigen Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung in Österreich, die regionale Besonderheiten mit einbezieht. Auf der Grundlage genauer Messungen und langer Zeitreihen in den Skigebieten kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass auch in den nächsten 30 Jahren mit einer hohen Schneesicherheit zu rechnen ist.
Die meisten Klima-Studien arbeiten mit Jahresmitteltemperaturen – die den Sommer mit einschließen - und großräumigen Modellen. Für die Beschneiung sind dagegen kalte Nächte
und das lokale Mikroklima entscheidend. Auch Inversionswetterlagen sowie die Luftfeuchtigkeit spielen eine große Rolle.
Wichtig ist, zwischen Klima und Wetter zu unterscheiden.

 

Was ist Kunstschnee?
Schon der Begriff ist irreführend. Bei der maschinellen Schneeerzeugung werden die Vorgänge der Natur lediglich technisch nachgeahmt. Das heißt: Beschneiungsanlagen mischen Wasser und Luft in einem bestimmten Verhältnis. Das unter Druck zerstäubte Wasser kristallisiert zu Schnee. Künstliche Zusätze sind untersagt. Die korrekte Bezeichnung wäre Maschinenschnee oder technisch erzeugter Schnee.

 

Schadet Beschneiung den Bergwiesen?
Eine unzureichende Schneedecke gibt dem Frost freie Bahn und kann die Vegetationsschicht beeinträchtigen. Eine geschlossene Schneedecke bewirkt das Gegenteil. Sie schützt vor Beschädigungen durch Skifahrer oder Pistengeräte.

 

Lohnen sich hohe Investitionen in Beschneiungsanlagen?
Der Gast erwartet Schneesicherheit. Wird sie nicht geboten, wechselt er in Skigebiete, die dies dank Beschneiung garantieren. Beschneiung sichert die Qualität des Produkts Wintertourismus und macht es wettbewerbsfähig. Ganze Regionen profitieren davon.

 

Wird in Deutschland zu viel beschneit?
Das Gros der Anlagen befindet sich in Bayern, vor allem in Oberbayern und im Allgäu. Lediglich 0,8 % der bayerischen Alpenfläche  werden saisonal als Pistenfläche genutzt und nur 23 % davon werden beschneit.
In Österreich beträgt der Anteil 60%, in der Schweiz 39% und im Geltungsbereich des Skipassverbundes Dolomiti Superski 92%.

 

  Bayern Österreich Schweiz Dolomiti Superski
Pistenfläche 3.700 ha 23.000 ha 22.000 ha 1.200 km
Beschneit 850 ha 14.000 ha 8.580 ha 1.100 km
in % 23 % 60 % 39 % 92 %

 

 

Wie wichtig sind Skigebiete bzw. Seilbahnen für die Region?
Wintersport und Seilbahnen gehören zusammen, sie sichern in vielen Gebieten seit Jahrzehnten die Existenzgrundlage der heimischen Bevölkerung. Es sind stets die Seilbahnen, die als Motoren der touristischen Entwicklung wichtige Impulse geben. Eine fundierte Studie des dwif München zum Thema Wintertourismus belegt, Seilbahnen sind der entscheidende Faktor für den Tourismus vor Ort. Darüber hinaus sichert und schafft 1 Arbeitsplatz bei der Seilbahn 4,2 Arbeitsplätze in der Region. Die Seilbahnen sorgen somit für Beschäftigung und für eine hohe Wertschöpfung in der gesamten Region.


 

Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte e.V.
Westendstraße 199, 80686 München
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Januar 2015

Piste mit Turm