AMAS Studie


Erholung in den Bergen: das macht nicht nur Spaß, sondern auch fit.

Hoch hinaus soll's gehen. Das jedenfalls ist das Ergebnis der östereichischen Studie AMAS 2000 (Austrian Moderate Altitude Study, Gesamtleitung: Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler). Erforscht wurde der gesundheitliche Stellenwert eines Wanderurlaubes in den Bergen, verglichen mit einem nahezu identisch verbrachten Urlaub in Tal-Lage. Die Studie liegt voll im Trend, der zu Kurzurlauben, Gesundheitsurlauben und aktiven Seniorenurlauben geht.
Im Herbst 2000 wurde die Studie, die in Bad Tatzmannsdorf (200 m), Obertauern (1.700 m) und Mauterndorf (1.100 m) durchgeführt wurde, abgeschlossen. Sie zeigen positive Effekte sowohl in der Höhe als auch in Tal-Lage. Dazu gehören :

 

  • Ökonomisierung des Herz-Kreislauf-Verhaltens, vor allem dargestellt im Blutdruck- und Pulsverhalten; es kam zu einer Abnahme erhöhter Blutdruckwerte, zu einer Normalisierung der Pulsfrequenz, und es konnten Blutdruck senkende Medikamente verringert werden.
  • Verbesserung der Blutzucker- und Blutfettstoffwechsel-Situation.
  • Veränderung anthropometrischer Daten mit durchschnittlichen Gewichtsabnahmen von 2,5 kg, wobei die Abnahme im Wesentlichen auf einer Abnahme der Körperfettmasse beruhte, während Körperwasser und fettfreie Körpermasse unverändert blieben.
  • Positive neuropsychologische Effekte: deutlicher und anhaltender Rückgang der subjektiven Beschwerden, Verbesserung der positiven Lebenseinstellung, die negative Befindlichkeit ging zurück, die mittleren Reaktionszeiten waren anhaltend verbessert, die Schlafqualität und die Schlafdauer sowie die Durchschlaffähigkeit haben deutlich zugenommen.
  •  Zunahme der letzten Vorstufen von jungen roten Blutkörperchen (Retikulozyten), die bessere Sauerstoff-Transportfähigkeiten besitzen, Abnahme von Substanzen, die Trombose fördernd wirken (Fibrinogen).

 

Jungbrunnen in der Höhe

Das Geheimnis des Erholungswertes beim Bergurlaub liegt, so die Trends der Studie, in der Mobilisierung und Ökonomisierung der Kräfte durch den menschlichen Organismus. Dieser registriert den geringen Partialdruck des Sauerstoffs ("milde Hypoxie") in Höhen zwischen 1400 und 2000 m und kurbelt seine Aktivitäten kräftig an. Dann folgt eine Drosselung dieser stärkeren Aktivitäten und damit eine Ökonomisierung. Professor Humpeler vergleicht den Vorgang mit einem Motor. "Zuerst dreht er auf, um voll auf Leistung zu kommen, dann aber am Ende eines Höhenaufenthalts läuft er ruhiger, mit niedrigerer Drehzahl, erbringt dabei aber die gleiche oder sogar die bessere Leistung. Der Körper reagiert dabei schon in der Reizhöhe von 1400 bis 2000 m, obwohl er ausreichend Sauerstoff hätte. Es bilden sich mehr junge rote Blutkörperchen, ohne dass deren Gesamtzahl steigt, das Blut bewahrt also seine normale Konsistenz. Der Sauerstofftransport an die Zellen verbessert sich jedoch markant. Dieser "Jungbrunneneffekt" ist rein höhenbedingt.

 

Trainingseffekt

Die Höhe mobilisiert also körperliche Reserven, und allein der Aufenthalt in der Höhe bedeutet einen Trainingseffekt. Diese Mobilmachung der körperlichen Aktivitäten ist ein Zusatzbonus, der der eben den physiologischen Erholungswert ausmacht. Die Urlaubsdauer zur Nutzung dieser gesundheitlichen Effekte ist mindestens drei Wochen.

Quelle: fit for fun

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