Beschneiung

Naturschonende Beschneiung

Die Seil­bah­nen gehen verantwortungsbewusst mit dem Thema Beschneiung um. Deren ökol­o­gis­che Unbe­den­klichkeit steht längst außer Frage. Das bele­gen zahlre­iche Stu­dien. So über­wiegen ein­deutig die Vorteile – sowohl wirtschaftlicher als auch ökol­o­gis­cher Art. Denn die Beschneiung verbessert auch den Bo­den- und Veg­e­ta­tion­ss­chutz auf den Pis­ten. Neg­a­tive Auswirkun­gen auf Pflanzen­wuchs und Arten­zusam­menset­zung entste­hen nicht. Im Ein­klang mit ihrer Gesamtver­ant­wor­tung für Men­sch und Natur set­zen die Be­triebe dieses In­stru­men­tar­ium nur nach fest­gelegten Regeln ein. Dazu zählen be­hördliche Genehmi­gungsver­fahren und die Ablehnung einer kün­stlichen Saison­ver­längerung. Gesamtver­ant­wor­tung heißt auch, die wirtschaftlichen Auswirkun­gen schneearmer Win­ter auf die gesamte Branche, auf die Re­gion und auf die Ar­beit­splätze zu be­tra­chten. Nicht zuletzt de­shalb haben die Be­triebe große Sum­men in Beschneiungsan­la­gen in­vestiert, um dem Gast ein gle­ichbleibend gutes Ange­bot bi­eten zu kön­nen.

Beschneiungsan­la­gen zu op­ti­mieren und stan­dort- sowie naturg­erecht zu be­treiben, ist zen­traler Punkt einer zukun­ft­sori­en­tierten Strate­gie. Auch die schneesparende Gelän­deop­ti­mierung von Skip­is­ten und ein um­fassendes Schnee­m­an­age­ment (Snow­farm­ing) gehören dazu. Ef­fiziente Beschneiung­stech­nolo­gie gle­icht Wet­ter­schwankun­gen aus und gewährleis­tet in den Mit­tel­ge­bir­gen und im deutschen Alpen­raum Win­ter­sport ohne lange An­fahrtswege. Dies re­duziert den Ben­z­in­ver­brauch sowie den CO2-Ausstoß und schont damit die Umwelt.

 

Wichtige Fakten und Hintergründe zur technischen Beschneiung werden im Flyer “Vom Wasser zum Spaß im Schnee” zusammengefasst.

Wie setzt sich technischer Schnee zusammen?

Ba­sis der Beschneiung ist ein reines Gemisch aus kalter Luft und Wasser. In Deutsch­land dürfen keine Zusätze ver­wen­det wer­den, dies ist geset­zlich geregelt.

Das Wasser stammt en­tweder aus einem Gebirgs­bach oder aus eigens an­gelegten Spe­icherte­ichen und gelangt über die Schneeschmelze in den natürlichen Kreis­lauf zurück.

Es wird kein Wasser ent­zo­gen, son­dern sin­nvoll genutzt. Eine durch Beschneiung aus­re­ichend dicke Schneedecke schützt die Veg­e­ta­tion vor Beschädi­gung, Frost und Ero­sion.

Effiziente Beschneiungstechnologie gleicht Wetterschwankungen aus

Die „Studie zur Beschneiungsklimatologie in Skigebieten“ des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften widmet sich der Fragestellung, ob und in welcher Form sich die Schneeproduktion durch klimatische Einflüsse verändert.

In dieser Studie wurden die an den Stationen des Deutschen Wetterdienstes gemessenen Werte von Lufttemperatur und -feuchtigkeit analysiert und die Veränderung der meteorologischen Rahmenbedingung für die Beschneiung in den letzten Jahrzehnten untersucht. Anschließend wurden die exakten Messwerte der Vergangenheit mit der Bandbreite der Klimamodelle der nächsten Jahrzehnte ins Verhältnis gesetzt.

Die Wissenschaftlerin am IGF und zuständige Projektleiterin PD. Dr. Andrea Fischer kommt zu folgenden Erkenntnissen:

  • Die Auswertung der meteorologischen Aufzeichnungen der letzten Jahrzehnte ergibt nur geringe Auswirkungen des bisherigen Klimawandels auf Schnee und Schneeproduktion deutscher Skigebiete. Dies gilt auch für niedrig gelegene Skigebiete.
  • Bei Berücksichtigung der bisherigen Variabilität von Wetter (definiert als Momentaufnahme) und Klima (definiert als langfristige Entwicklung), ist auch in den nächsten 30 Jahren von einer sehr hohen Schneesicherheit mit Hilfe von Beschneiung auszugehen.
  • Von einem „AUS“ des Wintersports aufgrund des Klimawandels, wie es häufig prognostiziert wird, kann demnach keine Rede sein.

Dabei stehen die Ergebnisse des IGF nicht im Widerspruch zu gängigen Klimaszenarien. Aber: Die meisten Studien arbeiten mit Durchschnitts-temperaturen und großräumigen Modellen. „Für die Beschneiung sind dagegen kalte Nächte und das lokale Mikroklima entscheidend“, so Birgit Priesnitz, Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS).

PD. Dr. Andrea Fischer ergänzt: „Inversionswetterlagen sowie die Luftfeuchtigkeit werden in der Regel nicht berücksichtigt. Im Zusammenhang mit der Beschneiung kann die Luftfeuchtigkeit jedoch mehrere Grad Trockenlufttemperatur kompensieren.“

Schneesicherheit ist der Garant für Spaß am Wintersport. Der Anteil der beschneiten Pistenfläche beträgt in Bayern zurzeit 25 Prozent. 0,8 Prozent der Gesamtfläche des bayerischen Alpenraums wird von den Skigebieten saisonal genutzt.

Der Energieverbrauch einer modernen Beschneiungsanlage ist vergleichsweise gering: So benötigt eine Schneeanlage für eine Fläche von 20 Hektar im Durchschnitt einen Energiebedarf von 250.000 kWh pro Jahr. Genau so viel verbraucht ein Flug von München nach Mallorca und zurück mit 200 Passagieren.

„Schnee ist und bleibt die Existenzgrundlage des alpinen Wintertourismus“, fasst VDS-Präsident Peter Schöttl zusammen. Die Deutschen Seilbahnen stellen sich dem Thema Klimawandel. Dabei ist die technische Beschneiung ein Ansatzpunkt, da sie eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Unternehmen und damit Region darstellt.

Effiziente Beschneiungsanlagen gewährleisten in den Mittelgebirgen und im deutschen Alpenraum Wintersport ohne lange Anfahrtswege. Das spart Energie und mindert Emissionen. Über 80% der CO₂- Emission eines Skitages werden durch die An- und Abreise verursacht. Auch das benötigte Wasser für die Beschneiung wird nicht verbraucht, sondern gelangt über die Schneeschmelze in den natürlichen Kreislauf zurück.

Seilbahnen gehören zu den weltweit sichersten Verkehrsmitteln. Durch ihren elektrischen Antrieb verursachen sie keine direkten CO₂-Emissionen.

Ein attraktives Angebot über das gesamte Jahr ist für die meisten deutschen Seilbahnunternehmen selbstverständlich. Dabei leisten sie einen wertvollen Beitrag, um auch Menschen mit Einschränkungen das Erlebnis der Bergwelt zu ermöglichen. Gleichzeitig werden durch die Seilbahnen die Besucherströme in die seit Jahren touristische genutzten Regionen gelenkt, dadurch werden die Ruhezonen für die Natur geschont.

In Deutschland gibt es zum Zeitpunkt der Studie 177 Seilschwebebahnen, 4 Zahnradbahnen, 20 Standseilbahnen und rund 1.600 Schlepplifte. Der Verband mit insgesamt 123 Mitgliedsunternehmen vertritt die Interessen seiner Mitglieder und bezieht Position zu den relevanten Themen wie Technik, Sicherheit, Umweltschutz und Tourismus.

Die Seilbahnen und Schlepplifte befördern jährlich ca. 10 Millionen Gäste und erwerben Nettoverkehrseinnahmen von ca. 130 Millionen Euro (Stand: 2015). Die wirtschaftlichen Effekte durch Seilbahnen sind für die ländlichen Regionen bedeutend: 1 Arbeitsplatz bei der Seilbahn schafft insgesamt 5,1 Arbeitsplätze in der Region. In Summe sorgen die Seilbahnbenutzer in Deutschland für einen Gesamtumsatz von 740 Millionen Euro pro Saison und führen damit zu einer hohen Wertschöpfung (Quelle: Ergebnisse der Grundlagenuntersuchung 2015 des Deutschen Wirtschafts-wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München).

Der durchschnittliche Energieverbrauch eines Skitages beträgt 16 kW/h. Im Vergleich verbraucht ein Hin- und Rückflug in die Karibik die Energiemenge, mit der fast 100.000 Menschen einen Skitag verbringen können.



Weitere Fragen und Antworten zum Thema Beschneiung

Statement des Verbandes Deutscher Seilbahnen

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Beschneiungsanlagen?

Beschneiungsanlagen wird meist ein enormer Energieverbrauch unterstellt. Eine mittlere Beschneiungsanlage, mit der eine Fläche von 20 Hektar beschneit werden kann, benötigt im Jahr durchschnittlich 250.000 kWh.

Zum Vergleich: Genauso viel verbraucht ein einziger Flug von München nach Mallorca und zurück mit 200 Passagieren. Ein kommunales Hallenbad benötigt durchschnittlich sogar 365.000–565.000 kWh pro Jahr.

Effiziente Beschneiungsanlagen gewährleisten in den Mittelgebirgen und dem deutschen Alpenraum Wintersport ohne lange Anfahrtswege, oft auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das mindert den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt.

Wie viel Wasser wird verbraucht?

Keines! Es wird Oberflächenwasser sinnvoll genutzt, das über die Schneeschmelze wieder in den natürlichen Kreislauf zurück gelangt. In der Regel werden Speicherteiche angelegt, die in regenintensiven Zeiten das Wasser sammeln, das später verschneit wird. Stammt das Wasser aus einem Gebirgsbach, wird die zu entnehmende Menge von den Behörden genau festgelegt. Basis der Beschneiung ist ein reines Gemisch aus kalter Luft und Wasser. In Deutschland dürfen keine Zusätze verwendet werden, dies ist gesetzlich eindeutig geregelt. Dem Bau und Betrieb von Beschneiungsanlagen gehen umfangreiche Genehmigungsverfahren voraus.

Macht der Klimawandel Beschneiung bald überflüssig?

Das Klima ändert sich. Dennoch ergibt die Auswertung der meteorologischen Aufzeichnungen der letzten Jahrzehnte nur geringe Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Schnee und Schneeproduktion deutscher Skigebiete.
Dies gilt auch für niedrig gelegene Skigebiete. Das belegt eine neue Studie des unabhängigen Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung in Österreich, die regionale Besonderheiten mit einbezieht. Auf der Grundlage genauer Messungen und langer Zeitreihen in den Skigebieten kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass auch in den nächsten 30 Jahren mit einer hohen Schneesicherheit zu rechnen ist.
Die meisten Klima-Studien arbeiten mit Jahresmitteltemperaturen – die den Sommer mit einschließen – und großräumigen Modellen. Für die Beschneiung sind dagegen kalte Nächte
und das lokale Mikroklima entscheidend. Auch Inversionswetterlagen sowie die Luftfeuchtigkeit spielen eine große Rolle.
Wichtig ist, zwischen Klima und Wetter zu unterscheiden.

Was ist Kunstschnee?

Schon der Begriff ist irreführend. Bei der maschinellen Schneeerzeugung werden die Vorgänge der Natur lediglich technisch nachgeahmt. Das heißt: Beschneiungsanlagen mischen Wasser und Luft in einem bestimmten Verhältnis. Das unter Druck zerstäubte Wasser kristallisiert zu Schnee. Künstliche Zusätze sind untersagt.

Die korrekte Bezeichnung wäre Maschinenschnee oder technisch erzeugter Schnee.

Schadet Beschneiung den Bergwiesen?

Eine unzureichende Schneedecke gibt dem Frost freie Bahn und kann die Vegetationsschicht beeinträchtigen. Eine geschlossene Schneedecke bewirkt das Gegenteil. Sie schützt vor Beschädigungen durch Skifahrer oder Pistengeräte.

Lohnen sich hohe Investitionen in Beschneiungsanlagen?

Der Gast erwartet Schneesicherheit. Wird sie nicht geboten, wechselt er in Skigebiete, die dies dank Beschneiung garantieren. Beschneiung sichert die Qualität des Produkts Wintertourismus und macht es wettbewerbsfähig. Ganze Regionen profitieren davon.

Wird in Deutschland zu viel beschneit?

Das Groß der Anlagen befindet sich in Bayern, vor allem in Oberbayern und im Allgäu. Lediglich 0,8 % der bayerischen Alpenfläche werden saisonal als Pistenfläche genutzt und nur 23 % davon werden beschneit.

In Österreich beträgt der Anteil 60%, in der Schweiz 39% und im Geltungsbereich des Skipassverbundes Dolomiti Superski 92%.

Wie wichtig sind Skigebiete bzw. Seilbahnen für die Region?

Wintersport und Seilbahnen gehören zusammen, sie sichern in vielen Gebieten seit Jahrzehnten die Existenzgrundlage der heimischen Bevölkerung. Es sind stets die Seilbahnen, die als Motoren der touristischen Entwicklung wichtige Impulse geben. Eine fundierte Studie des dwif München zum Thema Wintertourismus belegt, Seilbahnen sind der entscheidende Faktor für den Tourismus vor Ort. Darüber hinaus sichert und schafft 1 Arbeitsplatz bei der Seilbahn 4,2 Arbeitsplätze in der Region. Die Seilbahnen sorgen somit für Beschäftigung und für eine hohe Wertschöpfung in der gesamten Region.